Der italienische Bericht ist online

Nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik in Italien (ISTAT) wurden im Jahr 2019 3,150 Millionen Menschen mit Behinderungen ermittelt, was 5,2 % der Bevölkerung ausmacht. Fast eineinhalb Millionen Menschen über 75 Jahre, das sind 22 % dieser Altersgruppe, sind von einer Behinderung betroffen, darunter eine Million Frauen. Die “Geographie der Behinderung” zeigt, dass die Inseln mit einer Prävalenz von 6,5 % im Vergleich zu 4,5 % im Nordwesten an der Spitze liegen. Zu den Regionen mit den höchsten Zahlen gehören Umbrien und Sardinien mit 6,9 % bzw. 7,9 % der Bevölkerung. In der Lombardei und in Trentino-Südtirol hingegen ist die Prävalenz mit 4,1 % bzw. 3,8 % am geringsten.

Die Ressourcen, die die Familien benötigen, um die Rolle des sozialen Schockabsorbers zu erfüllen, sind nicht nur wirtschaftlicher Art, sondern auch relationaler Natur. Tatsächlich erhalten 32,4 % der Familien mit mindestens einer Person mit einer Behinderung Unterstützung durch informelle Netzwerke, was fast doppelt so hoch ist wie der Prozentsatz der Familien insgesamt (16,8 %). Die von diesen Netzwerken geleistete Unterstützung umfasst persönliche Hilfe, Begleitung und Gastfreundschaft sowie Hilfe bei Haushaltsaktivitäten, bei der Erledigung bürokratischer Verfahren und bei Gesundheitsdienstleistungen.

Nach den 2018 von ISTAT veröffentlichten Daten sind über 7 Millionen Italiener*innen (etwa 15 % der Bevölkerung) in der informellen Pflege tätig. Die meisten dieser Pfleger*innen sind über 50 Jahre alt, einer von fünf ist über 60. Diese Personen übernehmen täglich Betreuungsaufgaben, die sowohl körperlichen als auch emotionalen Einsatz erfordern, und bringen Opfer in Form von persönlichem Verzicht, Zeit und Lebensentscheidungen.

Der Nationale Bericht gibt einen Überblick über die Landschaft der Pflegedienste und informellen Pflegekräften in Italien für Personen zwischen 18 und 64 Jahren. Er beschreibt die Bedürfnisse und Herausforderungen, mit denen die YoungCare-Zielgruppe konfrontiert ist. Partnerorganisationen aus Deutschland, Italien, Litauen, den Niederlanden und Portugal wollen die oft prekäre Situation von pflegebedürftigen jungen Erwachsenen und denjenigen, die sie betreuen, beleuchten. Der Bericht enthält auch die Analyse von Interviews mit 8 Personen, darunter 5 Erwachsene mit erworbenen Behinderungen, 1 Person mit einer Behinderung von Geburt an, 1 informelle Pflegeperson und 1 institutioneller Experte, wobei die Mehrheit der befragten Pflegepersonen Familienmitglieder sind.

Den umfassenden Inhalt des nationalen Berichts finden Sie unter: https://youngcare.eu/wp-content/uploads/2023/12/YoungCare_NationalReport_Italy_final.pdf.

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