Der niederländische Bericht ist online

Im Jahr 2019 lebten in den Niederlanden 10.513.900 Menschen mit chronischen oder langfristigen Beeinträchtigungen, was einem Anteil von 61,3 % an der Gesamtbevölkerung entspricht. In der Altersgruppe der 15- bis 65-Jährigen gaben 6.229.100 Personen, das entspricht 55,8 % dieser Bevölkerungsgruppe, an, von einer Form der Beeinträchtigung betroffen zu sein. Die Mehrheit der Betroffenen (89 %) hatte mit motorischen Beeinträchtigungen zu kämpfen, wobei sensorische Beeinträchtigungen an zweiter Stelle standen (20 %).

Im Jahr 2019 gab es in den Niederlanden etwa 5 Millionen Mantelzorgers (informelle Pflegepersonen). Von diesen Pflegern leisteten 830.000 eine Langzeit- (mehr als 3 Monate) und Intensivpflege (mehr als 8 Stunden pro Woche). Interessanterweise bezeichnete sich nur ein Viertel dieser informellen Pflegepersonen selbst als solche.

Die meisten informellen Pflegepersonen waren weiblich, 65 Jahre und älter, und ein erheblicher Teil pflegte seine (Schwieger-)Eltern. Die Zahl der Pfleger*innen nahm mit dem Alter zu, da sich ältere Menschen eher in der Lage sahen, ihre alternden Eltern und/oder Partner*innen zu betreuen.

Bemerkenswerterweise nahmen nur 29 % der informellen Pflegepersonen irgendeine Form der Unterstützung für die Pflege in Anspruch. Obwohl Informationen die am häufigsten in Anspruch genommenen Formen der Unterstützung waren, gab es eine bemerkenswerte Lücke bei der materiellen und finanziellen Unterstützung, die nach Angaben vieler zwar benötigt, aber nicht erhalten wurde. Seit 2015 wird die Unterstützung für pflegende Angehörige von den Kommunen organisiert und finanziert. Aufgrund von Haushaltsengpässen haben viele Städte jedoch Schwierigkeiten, die in diesem Bereich gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Darüber hinaus sind die verfügbaren Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige nicht ausreichend bekannt, insbesondere für Angehörige mit nicht-westlichem Migrationshintergrund und für Angehörige, die stark überfordert sind. Daher ist es dringend erforderlich, die Kommunikationsbemühungen zu verstärken und proaktiv auf diese vulnerablen Gruppen zuzugehen.

Der Nationale Bericht bietet eine umfassende Darstellung der Landschaft der Pflegedienste und informellen Pflegekräfte in den Niederlanden für Personen zwischen 18 und 64 Jahren. Er skizziert die Bedürfnisse und Herausforderungen der YoungCare-Zielgruppe und bietet gleichzeitig praktische Unterstützung. Der Bericht enthält auch die Analyse von Interviews mit sechs Personen mit Pflegebedarf und vier Betreuer*innen, von denen zwei eine Doppelrolle als Betreuer*in und Pflegeempfänger*in einnahmen. Darüber hinaus wurden drei Interviews mit Expert*innen aus dem sozialen Bereich geführt, von denen einer pflegebedürftig ist, während die beiden anderen ihre Kinder informell betreuen.

Partnerorganisationen aus Deutschland, Italien, Litauen, den Niederlanden und Portugal arbeiten zusammen, um die oft prekäre Situation pflegebedürftiger junger Erwachsener und derer, die sich um sie kümmern, zu verbessern.

Den umfassenden Inhalt des niederländischen Berichts finden Sie unter: https://youngcare.eu/wp-content/uploads/2023/12/YoungCare_NationalReport_Netherlands_Final.pdf

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